Sonntag, 9. März 2014

Wellbeing am Tollensesee

Hotel Bornmühle
Mein Onedaytraveler-Wochenende führte mich diesmal in das Mecklenburgische Seenland, genauer gesagt in das familiengeführte 4-Sterne Wellness-Hotel Bornmühle, das unmittelbar am Tollensesee liegt. Gebucht war ein Schnupperwochenende für zwei im Zimmer mit Seeblick und jeweils einem Drei-Gang und einem Vier-Gang-Menü plus einigen Extras.


Es ist wohl so, dass man in der Fremde stets immer Bekanntes sucht. So entstehen Vergleiche, die unserem Gehirn zwar eine gewisse Sicherheit geben mögen - den Vergleichsobjekten allerdings nicht gerecht werden, denn sie rauben ihnen die Einzigartigkeit.
Fange ich also, bevor ich etwas über das Hotel Bornmühle erzähle, mit der Landschaft und dem wunderschönen Tollensesee an, denn der hat mich zu einem Vergleich verführt.
"Ammersee des Nordens" würde ich den Tollensesee nennen. Ein langgezogener See, gestaltet von der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren. Mit seiner Klarheit und Ruhe, die sich sofort auf das eigene Gemüt überträgt, hat er mich, ähnlich wie einst der Ammersee von der ersten Begegnung an verzaubert. In den Morgenstunden nebelverhangen, tagsüber spiegelglatt oder leicht kräuselig - vor allem aber zu dieser Jahreszeit unglaublich ruhig, so hat er sich präsentiert.


Schiffsanlegestelle Nonnenhof


Blick Richtung Nordwesten

Wer sich für Geologie interessiert, der wird auf vielen Abschnitten des Tollensesee-Rundweges Relikte der Zeit entdecken, als sich der Gletscher Hunderte Meter hoch über den Boden schob und durch unterirdische Abläufe und Unterspülungen diese Landschaft formte. Vom Hotel aus führt unmittelbar ein Naturlehrpfad am See entlang, der teilweise noch aus DDR-Zeiten stammt und auf jeden Fall sehenswert ist.
Überhaupt ist die Landschaft rund um den Tollensesee und auch weiter bis hin zur Müritz sehr pitoresk. Sanft wellig mit teils dschungelartigen Wäldern, Sumpf- und Moorgebieten und vielen kleinen Bachläufen - ein wahres Eldorado für Naturliebhaber und zu dieser Jahreszeit keineswegs überlaufen. (Mehr über das Umland und meine Eindrücke HIER)




Das Hotel Bornmühle liegt am Ortsrand von Groß Nemerow etwa 200 Meter vom Tollensesee entfernt und ist von Berlin aus gut zu erreichen - entweder über die Autobahn A19 oder über die Fernstraße B96. Wir haben uns auf der Hinfahrt für die B96 entschieden, was zwar ein wenig mehr Fahrzeit bedeutet, dafür wird man mit jedem Kilometer mehr auf Erholung eingestimmt, spätestens dann, wenn links oder rechts die ersten schilfummantelten Seen auftauchen, Kraniche am Wegesrand stehen und die Landschaft abwechselungsreicher als im direkten Berliner Umland wird. Für alle Golfer gleich der Hinweis: direkt neben dem Hotel ist der Golfclub Mecklenburg-Strelitz, eine schöne Anlage, die auch noch nicht so hochfrequentiert scheint.

Mein erster Eindruck beim Eintritt in die Hotellobby war sehr angenehm. Meine Zweifel, in einem der vielen Hotels gelandet zu sein, die sich Wellness und Moderne auf die Fahne schreiben und am Ende eine Lobby mit Duftlampe, eine Sauna, ein Trimm-Dich-Fahrrad im Keller und eine Massageliege haben, war schnell zerstreut. Bornmühle hält nicht nur optisch, was der Hochglanzprospekt verspricht. Die Lobby mit Bar, Piano und Kamin, die Zimmer mit SAMINA Schlafsystem, das SPA mit seinem Gesamtangebot laden zum Verweilen ein und wir konnten wirklich mit Eintritt in das Haus unseren Alltag hinter uns lassen.
Dazu trugen der freundliche Empfang bei, ein erster Blick ins Zimmer: eine Mischung aus Wohnlichkeit, Frische und Gastlichkeit. Selbst für den Hund war liebevoll gesorgt, mit Körbchen, Leckerli und Fressnapf. (Mehr dazu demnächst auf meinem DOGSHIT-Blog)

Wir stellten die Taschen ab, erkundeten erst die Umgebung und dann den großzügigen SPA-Bereich des Hotels. Nun muss ich zunächst einwerfen, dass ich grundsätzlich kein Freund von Wellness-Angeboten in Hotels bin. Oft sind selbst in ausgewiesenen Wellness-Ressorts die Schwimmbäder so klein, dass man nicht wirklich drin schwimmen kann, wenn mehr als drei Menschen im Becken sind. Gleiches trifft auf die Saunen und die Fitnessbereiche zu. Aber auch hier punktet das Wellness-Hotel Bornmühle mit seinem Angebot. Das Schwimmbad ist groß und vor allem ist das Wasser nicht gechlort, sondern ist mit Salz aufbereitet. Es gibt eine Gegenstromanlage, so dass man auch als sportlicher Schwimmer auf seine Kosten kommt. Die Saunalandschaft ist ebenfalls großzügig, einzig der Duschbereich ist für meinen Geschmack etwas eng, wenn nach dem Aufguss alle Saunagäste gleichzeitig die Sauna verlassen. Dafür ist der Ruhe- und vor allem der Außenbereich wiederum weitläufig, so dass sich die vielen Gäste gut verteilen und man nicht das Gefühl hat, bei dem Nachbarn mit auf der Ruheliege zu liegen.
Das vielfältige Angebot an Massagen, Beauty-Behandlungen, Höhentraining und Fitnesstraining haben wir zwar nicht genutzt, gehe ich aber von dem aus, was ich an Kompetenz und Freundlichkeit an diesem Wochenende insgesamt erlebt habe, dann werden diese Angebote sicher für den einen oder anderen das Wellbeing vervollständigen.

Zur Küche. Wie bereits erwähnt, hatten wir in unserem Paket ein Vier-Gänge und ein Drei-Gänge Menü inklusive. Im Grunde kann ich es in einem Satz zusammenfassen: Ich musste am Ende schon schmunzeln, wenn die Bedienung mich fragte, ob denn auch dieser Gang meinen Erwartungen entsprochen hat und ich immer nur heftig nicken konnte, denn es war einfach alles köstlich. Liebevoll zubereitet, frisch, regional und vor allem auch wirklich kreativ zusammengestellt. Da überraschte es auch nicht, dass wir bei einem Spaziergang einen Koch des Hauses trafen, der auf der Suche nach den ersten zarten Blättchen von Waldmeister, Bärlauch und anderen Kräutern durch den Wald streifte. 

Fazit: Wer mal ein paar Tage den Alltag hinter sich lassen will, wer mal abschalten möchte, oder seinem Partner oder den Eltern ein Geschenk der besonderen Art machen will, dem kann ich einen Aufenthalt im Wellness-Hotel Bornmühle sehr empfehlen. Das Hotel ist familiär, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und das Haus passt im Sinne von Authentizität einfach gut in diese Region.
Das Umland lädt zum Entdecken, zum Entspannen, zum Radfahren und zum Wandern ein. Ich vermute, dass es in der Hochsaison sicher mehr von Touristen frequentiert wird - deshalb war für uns die Vorsaison ideal.

(Anmerkung: Dieser Aufenthalt war nicht - auch nicht teilweise - vom Hotel gesponsert!)

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